Hier lesen Sie: Warum ich glaube, dass die Stadt Regen sich keinen NLM-Neubau leisten kann

Die Haushaltslage der Stadt Regen ist seit Jahren desolat

Schon heute beläuft sich das jährliche Betriebskostendefizit des NLM auf rund 97.000 Euro im Haushaltsjahr 2019 (120.000 Euro im Haushaltsjahr 2018). Eintrittsgelder in Höhe von nur ca. 24.000 Euro (relativ geringe Besucherzahlen!) sind hierbei bereits abgezogen. Was nach dem Umzug des Landratsamts in die Poschetsrieder Straße im Jahre 1984 als „Notlösung“ für ein leerstehendes Gebäude in der Stadtmitte begann, kommt die Stadt Regen und ihre Steuerzahler also seit Jahren sehr teuer zu stehen.
Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich höchst fraglich, ob überhaupt der Weiterbetrieb des Museums noch zu rechtfertigen ist. Schließlich hat unsere Stadt – neben regulären Pflichtaufgaben – auch noch andere defizitäre Einrichtungen zu tragen: Eishalle, Bücherei und Freibad.

Ferner bezieht die Stadt Regen aufgrund ihrer desolaten Haushaltslage seit Jahren sog. „Stabilisierungshilfen“ des Freistaats Bayern. Diese Mittel werden künftig jedoch immer stärker vom strikten Sparwillen der jeweiligen Empfängerkommunen abhängig sein.
Nun mag man vielleicht noch Verständnis dafür haben, dass sich Bürgermeisterin und Stadtrat als gewählte Volksvertreter – aus Angst vor öffentlicher Kritik – schwer damit tun, eine städtische Einrichtung zu schließen. Wenn man nun aber die aktuellen Kostenberechnungen der städtischen Architekten für den geplanten NLM-Neubau betrachtet, ist es aus meiner Sicht vorbei mit jeglichem Verständnis: Die Stadtverwaltung gibt die städtischen Eigen(!)mittel für die NLM-Baumaßnahme (inkl. Infrastruktur) mittlerweile mit schier unfassbaren 6 Mio. Euro an.
Während anderswo also kommunale Museen mangels Besucherzahlen und freien Finanzmitteln geschlossen werden, arbeitet die Stadt Regen gerade ernsthaft daran, ihr ohnehin defizitäres NLM für 6 Mio. Euro Eigenmittel neu zu bauen!
Eine derartige Entwicklung ist für mich einfach nur unfassbar!

Ein einfaches Rechenbeispiel:
Für den NLM-Neubau (inkl. Infrastruktur) wären voraussichtlich städtische Eigenmittel in Höhe von rund 6.000.000 Euro nötig.
An Eintrittsgeldern erwirtschaftet das NLM jährlich 24.000 Euro. Es würde also exakt 250 (!) Jahre dauern, bis sich ein Museumsneubau amortisiert hätte – das jährliche Betriebskostendefizit noch gar nicht miteingerechnet!